Zecken

Eine Gefahr die immer wieder unterschätzt wird

 

 

 

 

 

 

 

Wer hat noch nicht von Borreliose, Babesiose und Ehrlichiose gehört oder gelesen.

Die Überträger sind Zecken: Der Holzbock (Ixodes ricinus), die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) und die meist noch unbekannte in dem Bunde ist die Auwaldzecke (Dermacentor reticalatus).

 

Aber welche Zecke überträgt welche Krankheit? Nicht jede Zecke ist Träger einer der oben aufgeführten Krankheiten.

 

Der Holzbock

 

Borreliose wird von dem Holzbock übertragen, insofern er träger des Virus ist. Der Holzbock ist in ganz Deutschland verbreitet in manchen Gebieten mehr und manchen weniger. Auch nach Gebieten richtet sich die Zahl der infizierten Zecken. Eine Schutzimpfung gibt es, allerdings gibt es auch verschiedene Borrelien-Vieren. Nicht gegen alle Vieren wirkt die Schutzimpfung.

Borreliose: Borrelien können beim Hund wie auch beim Menschen akute Fieberschübe mit Glieder-, Kopf- und Rückenschmerzen verursachen. Meist verläuft die Borreliose aber ohne Auffälligkeiten, bis sich später daraus schmerzhafte Gelenksentzündungen bilden können. Wodurch der Hund lahmt und wechselseitig zu hinken beginnt. Behandelt wird meist mit Antibiotika-Therapien.

 

 

 Die Auwaldzecke

 

 

Wichtig:

Sollten sie eine Auwaldzecke finden schicken sie diese bitte mit möglichst genauer Fundortangabe tot oder besser noch Lebendig in ein leicht feuchtes Tuch gewickelt, in einem ausbruchsicheren Behälter, am besten den Deckel mit dem Behälter mit Klebeband verkleben an:

Parasitus Ex e.V.

z.Hd. Dr. Thorsten J. Naucke

Volllbergstr. 37

53859 Niederkassel

Hier wird erforscht ob die Zecken mit Babesien verseucht sind und die Fundorte genau dokumentiert.

 

Babesiose wird von der noch unbekannten Auwaldzecke übertragen, insofern sie Träger des Virus ist. Die Auwaldzecke  war bisher in Deutschland noch nicht sehr verbreitet, die ersten Stämme wurden 1999 bereits im Münchner Osten gefunden, in der letzten Zeit wurde sie vermehrt im Raum Berlin, am Oberrhein, im Saarland, Rheinland-Pfalz, Sachsen und vor allem in Südreuopa (Ungarn, Österreich, Frankreich und Südpolen) gefunden. Sie bevorzugt als Lebensraum feuchte Gebiete wie Auwälder und Moore. Gewarnt wird vor einem Vormarsch der Auwaldzecke.

Aktuallisiert: März 2009  In den letzten Jahren haben die Todesfälle bereits zugenommen, die Auwaldzecke verbreitet sich mehr und mehr auch in den milden Wintern wird vor der Zecke gewarnt. Es gibt derzeit einen Impfstoff in Frankreich und Schweiz, leider ist er bei uns noch nicht zugelassen.  Ein Wirksames Spot-on ist Exspot, es wirkt nachweißlich auch gegen die Auwaldzecke.

Babesiose ist eine gefährliche Krankheit, ähnlich der Malaria beim Menschen, werden bei befallenen Hunden die roten Blutkörperchen zerstört. Der Hund kann bereits nach vier bis fünf Tagen an Blutarmut oder innerhalb von zehn Tagen an Nierenversagen sterben. Meist beginnt die Erkrankung eine Woche nach dem Zeckenstich mit hohem Fieber, Müdigkeit, Mattigkeit, Niedergeschlagenheit, Appetitverlust und Krampfanfälle ähnlich wie epileptische Anfälle. Hinzukommen blasse, später gelbliche Schleimhäute. Tierärzte behandle das Fieber meist mit Antibiotika, das jedoch die Krankheitserreger nicht abtötet. Meist wird die Babesiose erst durch die zerstörten roten Blutkörperchen der Blutfarbstoff, das Hämoglobin, mit dem Harn ausgeschieden wird und der Harn sich dunkel verfärbt von Ärzten die Krankheit erkannt. Wenn ein massiver Befall der roten Blutkörperchen erfolgt ist, ist es zu diesem Zeitpunkt schwierig den Hund noch zu retten. Das große Problem ist, dass es in Deutschland keine Medikamente gegen Babesiose gibt, diese müssen erst über internationale Apotheken besorgt werden.

Mit Babesien infizierter Hund mit Gelbsucht

 

 

Die braune Hundezecke

 

Ehrlichiose wird von der braunen Hundezecke übertragen, insofern sie träger des Virus ist. Die braune Hundezecke ist in ganz Deutschland verbreitet in manchen Gebieten mehr und manchen weniger. Auch nach Gebieten richtet sich die Zahl der infizierten Zecken. Die meisten infizierten Zecken sind in Ländern des Mittelmeerraumes, Afrika, Asien und den USA zu finden. Hier in Deutschland traten in den letzten Jahren auch schon vermehrt Fälle von Ehrlichioseinfektionen bei Hunden und bei Menschen auf. Es sind sechs verschiedene Erreger der Ehrlichiose bekannt. Die Inkubationszeit beträgt acht bis 20 Tage Die Krankheit verläuft in drei Phasen: akut, subklinisch und chronisch.

Phase 1 = akut: Mit dem Zeckenbiss gelangt Speichel mit den Erregern ins Blut der Hundes, je nach Erregerart suchen sie sich unterschiedliche Blutzellen als Wirtszellen.

E.Canis und E.ristici – Monozyten (zu den weißen Blutkörperchen gehörende Zellen)

E.platys – Thromobozyten (Blutblättchen/Blutgerinnung)

E.equi – Granulozyten (zu den weißen Blutkörperchen gehörende Zellen)

Der Erreger vermehrt sich in den befallenen Wirtszellen, zunächst kommt es zu einer Verdrängung des Zellkernes an den Rand, danach zur kompletten Zerstörung der Zelle und dadurch zur Infektion weiterer Blutzellen. E.canis benötigt die Monozyten als „Transportmittel“ in verschienden Organe, in die er alleine nicht eindringen kann. Die Monozyten sind als Teil des weißen Blutbildes in der Lage, Blutgefässe zu verlassen um in die inneren Organe zu gelangen.  Folgen sind Gefäßentzündungen, innere und äußere Blutungen sowie Organschwellungen. In akuten Phasen kommt es nur zu unspezifischen Krankheitszeichen. Mattigkeit, immer wiederkehrende hohes Fieber und Futterverweigerung, was zu Gewichtsverlust führt sind die Folgen. Selten hat der Hund in diesem Stadium matte Schleimhäute auf Grund einer Anämie sowie neurologische Symptome.

Phase 2 = subklinisch: Die zweite Phase, subklinisch schließt sich an. Sie dauert zwischen 40 Tagen und mehreren Jahren. In dieser Zeit erfolgt entweder die spontane Ausscheidung des Erregers (Heilung) oder es kommt zum Festsetzen des Erregers im Organismus. Die Hunde sind meist unauffällig, fressen schlecht und nehmen ab. Sie stellen eine Ansteckungsgefahr für gesunde Tiere dar.

Phase 3 = chronisch: Erhöhte Blutungsneigung mit Nasenbluten, punktförmigen Blutungen auf der Haut und den Schleimhäuten ist typisch für diese Phase. Fieber und Abmagerung können als Symptome auftreten, selten sind Blut im Kot und Urin. Wird der Erreger in Phase 2 nicht aus dem Körper ausgeschieden kommt es zur chronischen Phase. Zu einer milden bis schweren Verlaufsform führen Knochenmarksveränderungen. Der milde Verlauf bringt  Lustlosigkeit, Müdigkeit, Appetitmangel, Abmagerung, Milz- und Lymphknotenschwellungen. Verdächtig für die chronische Ehrlichiose ist das Auftreten von Nasenbluten, Hautblutungen und Gliedmaßenödeme (Wasseransammlungen in den Gliedmaßen). Bei der schweren Verlaufsform treten die zuvor genannten Symptome auf, zusätzlich sind auch innere Organe betroffen. Auf Grund von Autoimmunprozessen werden körpereigene Strukturen so verändert, dass sie vom Körper als fremd erkannt und vom eigenen Abwehrsystem bekämpft werden. Eher seltene schwere Fälle führen zu

Veränderung der Augenfarbe und zum Erblinden. Bei E. canis und E. ewingii können Gehir- und Gehirnhautentzündungen zu neurologischen Symptomen wie epileptische Anfälle und Bewegungsstörungen führen. Auch sind Muskelentzündungen, -schwäche und –schwund mit Gelenksschmerzen zu beobachten.  Behandelt wird meist mit Antiobiotika – Therapien in sehr schweren Fällen sind Bluttransfusionen notwendig.

 

Mit Ehrlichen infizierter Hund mit Hautblutungen

 

Weitere Zeckenkrankheiten:

 

Überträger der Holzbock:

 

FSME –Frühsommermeningoenzephalitis:  verursachen anders als beim Menschen – beim Hund nur ganz selten Symptome

 

Anaplasmose: Anaplasemen befallen Blutzellen und bewirken eine Erkrankung die als Anaplsmose bezeichnet wird. Ihre Symptome sind unter anderem Fieber, Gleichgewichtsstörungen, Schlappheit, Beeinträchtigungen des Zentralennervensystems und Blutungen sowie Gelenkentzündungen.

 

Überträger die braune Hundezecke

 

Kann ebenfalls träger der Babesiose sein.

 

Hepatozoonose: Für Deutschland eine sehr unbekannte Krankheit, die aber durch Urlaubsreisen mit dem Hund ins Ausland und Hunde aus dem Ausland immer öfter nun auch hier in Deutschland auftritt, allerdings ist noch nicht geklärt ob die Deutsche braune Hundezecke das Virus überträgt. In den Ländern Frankreich, Italien, Griechenland, Portugal und Spanien kommen die Virustragenden Zecken vor, vermehrte Erkrankungen werden auf Malaga diagnostiziert. Übertragen wird die Krankheit durch den Verzehr der braunen Hundezecke. Durch das Zerbeißen und Verschlucken gelangen die Erreger so in die Darmwand des Hundes und von dort in den Blutkreislauf. Die Erreger siedeln sich in Lymphknoten und Knochenmark sowie den Organen, Milz, Leber und Nieren an. Dies führt zu schweren Veränderungen der Organe. Meist verläuft die Krankheit symptomlos, nur bei jungen oder durch Krankheit geschwächten Hunden kommt es zu Symptomen wie Fieber, Blutarmut, Appetitlosigkeit, Abmagerung, Muskelschwäche und blutigem Durchfall. Schmerzen beim abtasten der Muskulatur und Röhrenknochen. Bei schweren Infektionen sterben Hunde noch bevor die Erreger im Blut nachgewiesen werden können. Die Prognose ist für erkrankte Hunde ungewiss und mangelhaft erforscht, da sich einige Hunde spontan erholen, andere aber verenden.  Für Therapien stehen derzeit keine spezifischen wirksamen Medikamente zur Verfügung.

 

 

Hömobartonellose: Die Krankheit ist in allen südlichen Ländern, besonders Mittelmeerländer durch die braune Hundezecke und aber auch durch Flöhe übertragbar. Mittlerweile kommt die Krankheit aber auch in Deutschland vor, da sie mit Tieren und Pflanzen eingeschlappt wurde. Von Infektion bis Ausbruch der Krankheit dauert es zwei bis vier Tage. Unter Schwäche und Blutarmut leidet der Hund, in Folge der Zerstörung der roten Blutkörperchen. Der Urin ist gelblich braun und der Hund hat bis 40 ° Fieber. Es werden nur Tiere infiziert die eine schwache Abwehr haben. Behandelt wir mit Antibiotika oder evtl. Bluttransfusion.

 

Schutz vor Zecken:

 

Schützen sollten Sie ihren Hund sowohl zu Hause als auch bei einem Urlaub unbedingt mit Zeckenschutzmitteln die sie bei Ihrem Tierarzt erhalten. Entfernt werden sollten Zecken auf keinen fall  durch drehen, oder gar durch ersticken mit Öl oder Sprays, bei diesen Methoden gibt die Zecke stark vermehrt ihren Speichel ins Blut ab der Errege der obern aufgeführten Krankheiten enthalten kann, insofern die Zecke infiziert ist. Die Zecke entfernt man mit einer Pinzette in dem man sie nach oben herauszieht. Sollte der Kopf stecken bleiben, ist dies nicht so schlimm die Haut stößt ihn innerhalb 14 Tage ab, die stelle sollte aber regelmäßig kontrolliert werden, es kann sich dennoch eine Entzündung bilden, die vom Tierarzt behandelt werden muss. Wichtig ist jedenfalls die Zecke so schnell wie möglich entfernen.

 

Hier noch einige Bilder

 

Weibliche Zecke bei der Eiablage

Zeckenlarve

 

 

 

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