Die Ernährung des Hundes

 

 

Über das Thema Futter wird oft heiß diskutiert. Er werden Sachen wie z.B. künstlich erzeugte (krankmachende) Vitamine z.B. Vitamin E wird aus Mineralöl gewonnen, Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Geschmacksverstärker usw. hin zugegeben, die man eigentlich nicht unbedingt Füttern möchte und auch nicht nötig sind. Auch haben tierische und pflanzliche Nebenprodukte (Abfälle von Tieren wie z.B. Fell, Federn und Klauen, oder ganze Tierkadaver wie z.B. Katzen oder auch Artgenossen samt Halsband, Abfälle von Pflanzen z.B. bei Mais die Kompletten Maisstangen so wie er auf dem Feld wächst)  meiner Meinung nach nichts im Futter verloren. Ebenso Zucker. Fleisch oder besser genannt Fleischabfälle werden chemisch auf gespalten, Gülle gehört zu tierischen Nebenprodukten. Da frage ich mich was das noch mit Futter zu tun hat. Überversorgungen durch künstliche Vitamine ist keine Seltenheit. Büßen tun viele Hunde es erst im Alter, mache auch schon in jungen Jahren. Unverträglichkeiten, Allergien, Durchfälle oder auch Hautausschläge sind heute fast schon an der Tagesordnung. Nicht nur körperliche Symptome sonder auch psychische können ein Reaktion auf falsches Futter sein, Wie viele hyperaktive Hund gibt es denn heute, bei Kindern ist es normal sie mit Ritalin voll zupumpen und auch bei Hunden ist dies keine Seltenheit mehr. Eine Umstellung auf natürliches artgerechtes Futter kann vieles erleichtern und beheben.  Ich möchte mich hier nun auch nicht ewig über zusammen gepanschtes Fertigfutter auslassen, das würde hier jeglichen Rahmen sprengen. Dazu gibt es genug Literatur (siehe Bücher)

Der Hund stammt vom Wolf ab und hat so eben auch den gleichen Verdauungstrakt wie der Wolf. Er ist ein Carnivore, ein Fleischfresser. Sein Gebiss ist nicht für das Kauen sondern nur für das Reißen von Beute ausgelegt. Der Verdauungstrakt ist für die Verdauung von Pflanzen nicht gemacht, pflanzliches würde so wie es der Hund frisst wieder ausgeschieden werden, denke man daran wenn der Hund Gras frisst. Was aber nicht heißt, dass er keine pflanzliche Kost bekommen soll, mehr dazu weiter unten.

Auch der richtige Futternapf trägt zur Gesundheit des Hundes bei. Futternäpfe aus Keramik mit Weichglasur enthalten oft bleihaltige Farbstoffanteile die herausgelangen können ins Wasser oder das Futter. Folgen ist ein chronisch Bleivergiftung. Abzuraten ist ebenfalls von Kunststoffnäpfen. Geeignet und auch vor allem leichter zureinigen sind Näpfe aus Metall, wie man sie in Fachgeschäften zu kaufen bekommt. Auch sollte der Napf täglich gereinigt werden. Ebenso ist ein Futternapfständer den man dem Hund größen mässig anpassen kann sinnvoll, viel argumentieren dagegen mit Sätzen wie: so was braucht der Hund nicht, der Wolf frisst auch nicht erhöht. Das stimmt aber der Wolf liegt meist beim fressen seiner Beute.

Was das richtige Futter für seinen Hund ist, darüber muss jeder seine eigene Entscheidung fällen. Ob Trocken, Nass, gekocht oder roh.

Wir haben 9 Jahre lang TroFu gefüttert, ich habe zwar immer darauf geachtet ein hochwertiges TroFu zu geben aber letztendlich weiß ich doch auch nicht zu 100% was drin ist. Seit Oktober 2011 habe ich endlich den Schritt zum Barf gewagt. Lange habe ich mich davon abhalten lassen, mit Argumenten wie zuviel Zeitaufwand, fraglich ist doch ob der Hund immer alle Nährstoffe bekommt die er benötigt, was macht man im Urlaub usw.. Viele die sich diesen Schritt schon einmal überlegt haben kenne die Argumente und Vorurteile.

Gerade bei vielen Krankheiten und Unverträglichkeiten kann man bei Barf auf die speziellen Bedürfnisse des Hundes eingehen

Ich möchte hier keine langen Vorträge halten was Barf ist, das Für und Wieder, das kann ich nicht erläutern, denn für mich gibt es kein Wieder nur ein Für.

Was ist Barf:

Barf steht für Biologisch Artgerechte Roh Fütterung: Nun werden viele sagen, ja aber ich kann doch meinen Hund kein Kaninchen jagen lassen, nein das soll man auch nicht. Aber man kann die täglichen Mahlzeiten mit rohem Fleisch, Innereien, Knochen und Pansen oder Blättermagen sowie püriertem Obst und Gemüse artgerecht gestalten. Ergänzend gibt man noch etwas Vitamin C (wie z.B. Hagebuttenmehl) und einen kleinen Schuß Öl (z.B. ein hochwertiges Omega 3 Öl) damit die fettlöslichen Vitamine auch verwertet werden können mit dazu. Ergänzend kann man auch noch ein paar Kräuter geben, die man beim Spaziergang auch gut selbst sammeln und dann frisch oder getrocknet und püriert oder gemahlen unter das Futter mischt. Es gibt noch viele Zusätze die ergänzen kann oder auch auf vielen Gebieten einsetzen kann, dazu möchte ich aber bitten in Büchern nachzuschlagen, dazu habe ich auf meiner Bücherseite viele lesenswerte Bücher genannt.

Warum das Gemüse, Obst und Kräuter püriert werden muss:

Da der Hund ein Karnivore ist und einen kürzere Darmtrakt hat als ein Pflanzenfresser kann er pflanzliches nicht verwerten wenn er es im ganzen zu sich nimmt. Püriert kann er die wichtigen Vitamine und Mineralien auch aufnehmen.

Was darf alles in den Napf:

Eigentlich fast alles!

Fleisch und Innereien: vom Rind, Geflügel, Lamm (hier sollte auf den Verdauungstrakt wegen dem hohen Risiko des Parasitenbefalls - oft Träger von Bandwürmern verzichten, die gleichen Vorsichtsmaßnahme gilt beim Schaaf und Ziege), Pferd und auch andere Exoten wie Strauß darf gefüttert werden, allerdings sollte man sich immer noch Fleischsorten offen lassen die man dem Hund nicht gibt, um im Falle einer Unverträglichkeit eine Ausschlussdiät machen zu können. Pansen und Blättermagen vom Rind, dieser muss nicht einmal gereinigt sein, den Inhalt darf der Hund gerne haben. An Knochen darf alles außer die Röhrenknochen geben werden, denn diese könnten Splittern, auch auf die harten Markknochen sollte man verzichten, da diese so hart sind und der Zahnschmelz Schäden davon tragen könnte.

Jetzt fragen sich viele bestimmt: Muss man Knochen füttern: Nein muss man nicht, man kann. Gibt man keine Knochen muss aber für eine Calciumversorgung gesorgt werden. Diese kann über Knochenmehl, Eierschalenpulver, Calciumcitrat oder Calciumcarbonat geschehen. Für Anfänger sind Hühnerhälse und Hühnerklein eine gute erste Übung. Auch sollte das Verhältnis Fleisch zum Knochen passen, da es sonst zu harten Stuhl so genannten Knochenkot führen kann.

Gemüse: Salat (Ausnahme der Kopfsalat, er enthält viel Nitrat und kaum Nährstoffe), Karotten, Kürbis, Pastinaken, Topinambur, Petersilienwurzel, Mangold, Sellerie, Gurken, Zucchini, Rote Beete und Spinat. In geringen Mengen und je nach Verträglichkeit kann auch Kohl gefüttert werden. (Ich dünste ihn immer vorher), Zwiebel (gebe ich nicht, dürfen aber in geringen Mengen gefüttert werden), Knoblauch in geringen Mengen (alle zwei Tage in der Zeckensaison unter das Futter soll gegen die Biester helfen), auch Lauch in geringen Mengen darf gegeben werden. Kartoffeln dürfen nur gekocht und ohne grüne Stellen und ohne Kochwasser verfüttert werden.

Wenig bis gar nicht sollte man Nachtschattengewächse wie: Tomaten und Paprika gegeben werden, wenn dann nur die Roten und gelben Paprika und sehr reife Tomaten in geringen Mengen. Oxalsäurehaltige Gemüsesorten sollte man nur selten und in geringen Mengen geben.

Tabu sind Erbsen, Linsen, Auberginen und Bohnen.

Obst: Apfel, Birne, Pflaume, Bananen, Aprikosen, Blaubeeren, Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Kirschen, Johannisbeere, Feige, Kiwi, Mango, Nektarinen, Pfirsich, Stachelbeere, Wassermelone, Litchi, Mirabelle, Papaya und Hagebutte. Bei allen Stein und Kernobst Sorten muss der Stein und die Kerne entfernt werden. Die Litchi muß geschält werden´.

Südfrüchte wie: Ananas, Grapefruit, Mandarinen, Orangen und Zitrone haben einen hohen Fruchtsäuregehalt und sollten daher nur in geringen Mengen und auch nur an Hunde gefüttert werden die sie vertragen.

Nicht gefüttert werden dürfen: Avocado, Weintrauben und Rosinen, Kapstachelbeeren wie die Physalis und die Lampiongfrüchte, Karambole, Quitte, Holunderbeere.

Getreide: sollte nicht in den Hundennapf. Das Gluten ist für den Hund ungesund. Glutenfreiensorten wie: Amarant, Mais, Hirse, Buchweizen, Quiona und Reis sind unbedenklich.

Kräuter aus der Küche: Petersilie, Estragon, Basilikum, Majoran, Oregano, Salbei, Minze, Bohnenkraut, Kerbel, Borretsch, Dill, Pimpinelle, Liebstöckel, Rosmarin, Thymian, Schnittlauch (in geringen Mengen), Zitronenmelisse, Kresse, Ysop.  Alle Kräuter haben auch ihre speziellen Anwendungsgebiete (bei Krankheiten), daher sollt man sie nur ab und zu oder Kurweise verabreichen, sie können frisch oder getrocknet geben werden.

Wildkräuter: auch sie werden bei Verschiedenen Erkrankungen eingesetzte, daher sollte man auch sie nicht dauerhaft mit in den Napf geben. Bärlauch, Beifuss, Breit- und Spitzwegerich, Löwenzahn-Wurzel-Blüte und Blätter, Brennesselblätter und Samen, Himbeer- und Brombeerblätter, Gänseblümchen, Beinwell, Birkenblätter, Klee, Brunnenkresse, Giersch, Quecke, Vogelmiere, Klettenlabkraut, Sauerampfer und Sauerklee.

Nüsse: natürlich alle geschält, Erdnüsse, Macadamia, Haselnuss, Walnuss, Sesam, Mandeln (nur die süßen) Leinsamen, Kokosnuss, Cashewkerne, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Pekanüsse, Paranüsse und Pinienkerne.

 Zusätze: wie Honig, Algen, Bierhefe, Apfelessig, Blütenpollen, Propolis, Aloe Vera, Fermentgetreide, Teufelskralle, MSM, Grünlippenmuschelextrakt, Heilerde, Kieselerde, Salz usw. kann man bei Bedarf ergänzen viele von den gennanten Zusätzen werden bei Erkrankungen angewendet oder dürfen nicht geben werden, daher sollte man sich vorher gut erkundigen was wan und in welcher Dosierung gegeben werden darf.

Honig, Apfelessig, und Salz (hier nur Meersalz, Steinsalz oder Himalayasalz und auch nur 2x pro Woche eine Messerspitze) kann immer mal wieder die Hundemahlzeit ergänzen.

Öl: es gibt viele verschiedene Sorten man sollte überwiegende Öle mit hochwertigen Omega 3 Fettsäuren verwenden. Ein halber Teelöffel zur Mahlzeit genügt. Welche Sorten welche Omega´s enthalten werde ich hier nicht aufführen, meine Buchempfehlungen und das Internet geben hier genügend Auskunft darüber.

Futtermenge berechnen: Dazu möchte ich hier auch keine Auskunft geben. Bei Fragen stehe ich aber gerne auch zur Verfügung.

 

Ich hoffe ich konnte nun einen kleinen Einblick über das Barfen geben, bei Fragen könnt Ihr mich auch gerne per Mail kontaktieren und ich hoffe ihr habt dafür Verständnis dass ich hier nicht auf alle Details eingehe.

Folgende Bücher empfehle ich:

von Swanie Simon: BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde ebenfalls von Swanie Simon:  BARF SENIOR - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter im Alter und bei Erkrankungen und BARF Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Welpen und trächtige Hündinnen

B.A.R.F. - Artgerechte Rohernährung für Hunde: Ein praktischer Ratgeber von Barbara Messika ebenfalls von ihr  B.A.R.F. Junior - Artgerechte Rohernährung für Welpen und Junghunde: Ein praktischer Ratgeber für Züchter und Welpenbesitzer

Natural Dog Food: Rohfütterung für Hunde - Ein praktischer Leitfaden von Susanne Reinerth

weitere Buchtipps unter Bücher zu finden

Natürlich gibt es bei uns auch keine Fertig-Leckerchen mehr, hier wird selbst gebacken.

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