Bigfoot 

in memoriam

Er hat den Kampf für immer verloren Bigfoot hat uns für immer am 26.08.2013 im stolzen Alter von 17 Jahren 1 Monat und 23 Tage verlassen.

Er ist über die Regenbogenbrücke gegangen, dennoch möchte ich seine Geschichte hier von ihm erzählt so stehen lassen.

Hier möchte ich, mein Name ist Bigfoot, meine Geschichte erzählen. 

Wie ich heiße habe ich schon erwähnt, ich bin ein mittelgroßer Mopsmischling und bin am 03. Juli 1996 in Nürnberg geboren. Die ersten 8 Wochen habe ich mit meiner Mutter und meinen 5 anderen Geschwistern bei einer netten Familie verbracht. 

 

Dies bin ich mit acht Wochen im Garten meiner neuen Besitzer

 

Mit 8 Wochen war es dann so weit, ich durfte endlich in mein neues zu Hause ziehen. Meine neue Familie bestand aus 2 Erwachsenen Menschen, einem Teennager Mädchen und zwei Hunden. Nun musste ich viel lernen, was diese Menschen alles von mir verlangten, ich durfte nicht ins Haus machen, war schon komisch für mich vorher hat man mich ja auch nie geschimpft wenn ich eine Pfütze hingesetzt habe, sie wurde immer ohne Kommentar weggewischt. Gut dann versuchte ich mich meist zu melden wenn ich mal musste aber so einfach war das gar nicht, ich bekam das nur sehr langsam hin was meine neuen Herrchen fast verzweifeln ließ. Das war dann doch irgendwann geschafft, dann wollten sie auch noch, dass ich folge auf Hier und Fuß und Platz, soviel nein dass muss nicht sein dachte ich mir, aber wenn ich nach längerem wiederholen nicht auf diese Befehle folgte wurde ich geschimpft. Ich machte mich langsam zum einigermaßen folgsamen Hund. Bis mir diese gut riechenden Hundedamen den Kopf völlig verdrehten. Jetzt war mir egal was wer gerufen hatte ich musste diese nette Hundedame finden. Nie wurde draus etwas ich bekam immer wieder schimpfe und sie brachten mich auch noch zum Tierarzt. Dieser schreckliche Mensch gab mir eine Spritze und als ich aufwachte hat der mir doch nicht wirklich meinen Hoden entfernt. Nun bin ich nur noch ein halber Hundemann.

So lebte ich dann bis das Teenagermädchen einen Freund mit nach Hause brauchte, dass war ein netter Kerl, dem wich ich nicht mehr von der Seite. Der sollte mein neues Herrchen werden beschloss ich. Ein so ein netter Mensch, ich freute mich immer riesig wenn er kam, ich singte sogar nur für ihn und das Tolle war er freute sich auch immer mich zu sehen und schimpfte auch nie mit mir. 

Das ist mein neues Herrchen (von dem man hier nicht viel sieht)

Eines Tages kamen dann Herrchen und Frauchen mit einem neuen Spielgefährten nach Hause, dieser war auch so lange ganz toll bis er Erwachsen war und mir meinen Posten als Rudelchef wegnahm. Nun beschloss ich, ich brauche dieses neue Herrchen, aber nur wie. 

Doch bald packte das Mädchen ihre Sachen und war plötzlich weg, kam immer wieder auf Besuch vorbei und ging wieder. Meinen neuen Freund sah ich nun nur noch selten. Doch dann plötzlich wurde ich abgeholt und sogar mein Bettchen nahmen die beiden mit. Ich durfte bei ihnen Wohnen musste aber am Sonntag Abend wieder nach Hause. War nicht so schlimm wenigstens durfte ich das Wochenende wo anders wohnen wo ich alleine der Chef war und alles mir gehörte. Mein Wunsch wurde erhört und ich zog für immer zu den beiden, das war toll, mein eigenes Reich und alles für mich alleine. Ich musste mit niemanden mehr etwas teilen.

 

Hier bin ich der Chef und habe auch schon den Stuhl erobert

Als mein neues Frauchen und Herrchen in den Urlaub flogen machte ich Urlaub in meinem alten zu Hause. Eine Woche verbrachte ich dort bis ich wieder abgeholt wurde. 

Aber was war das plötzlich da war jemand dabei den ich nicht kannte. Nein sie haben sich einen neuen Hund mitgebracht, ich wollte doch keinen Spielgefährten mehr, es reichte mir doch wenn sie mit mir spielten. Nun sie nannten dieses quirlige Hundekind Aysha. Sie versuchte immer mit mir zu spielen und bekam viel Aufmerksamkeit von meinem Herrchen und Frauchen. Ich war wirklich beleidigt, doch das störte sie nicht. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus, ich musste mal wieder spielen. Ich freundete mich mit Aysha an. Mit ihr konnte man wirklich schön spielen und sie war auch ganz nett. Seit dieser Zeit sind wir beide unzertrennlich und leben bei unserem Frauchen Martina und unserem Herrchen Sven die beide gut für uns sorgen.

So liebe ich meine Aysha (sie liebt es sich von mir die Ohren lecken zu lassen)

 

Zu meinem alten Frauchen und Herrchen, sowie zu meinen Hundefreunden komme ich regelmäßig zu Besuch, da es Martinas Eltern sind und treffe sie auch jeden Abend beim Gassi. Was ich ganz toll finde ist das mein Frauchen mit ihrer Mama immer so ganz leckere Leckerchen backt, diese tollen Rezepte könnt ihr unter Ernährung finden.

Das sin meine Hunde Fraunde, v. li. Tilda, Sunny, Senta, ich, Aysha und Tracy

Mit 14 Jahren hat man bei mir zufällig, weil Frauchen auf eine Untersuchung bestanden hat, eine Herzklappeninsuffizienz festgestellt. Mein Nierenwerte waren da auch schon nicht mehr so gut, aber das fand die Tierärztin wohl nicht bedenklich und meinte es sei alles in Ordnung.

Im Winter 2010/2011 hatte ich immer mal wieder Husten, Anfangs wurde es auf einen Infekt geschoben, doch dann stellt man Fest ich habe einen Trachealkollaps. Also nahmen Frauchen und ich das so hin, dass ich immer mal wieder husten musste. So ging es mit gut mit der Zeit wurde ich einfach etwas ruhiger was wohl am Alter lag. Bis ich im Februar 2012 ganz schlimm krank wurde. Ich hatte ganz schlimmen Durchfall, sogar blutig. Frauchen war mit mir in der Tierklinik, dort setzte ich dann auch noch mein Häufchen im Behandlungszimmer ab und da ein Stein drin war wurde ich auch noch geröntgt. Dort sah man dann dass ich noch was im Magen hatte, Frauchen hatte mir am Abend zuvor Knorpel zum fressen gegeben und damit Aysha mir nichts wegnehmen konnte habe ich den Knorpel schnell runter geschluckt. Ich bekam dann noch eine Spritze in der Klinik und konnte dann wieder nach hause. Die Nacht war dann ganz schlimm, ich hatte ganz schlimme Bauchschmerzen und musste immer wieder raus der Durchfall wollte einfach nicht aufhören. Frauchen hat die ganze Nacht neben mit gewacht. Am nächsten morgen ist sie gleich mit mir zur Tierärztin gefahren, dort wurde ich noch mal geröntgt, das Teil von gestern war immer noch in meinem Magen. Dann bekam ich noch eine Infusion mit Schmerzmittel. Dann ging es mir besser, aber Mittags wurde es wieder ganz schlimm, ich hatte ganz schreckliche Bauchschmerzen, Frauchen fuhr mit mir wieder zur Tierärztin. Dort wurde ich wieder geröntgt Frauchen und ich wurden ins Behandlungszimmer gerufen, dort war das ganze Praxisteam versammelt, was sehr komisch war. Dann fragte die Ärztin mein Frauchen ob ich eine Spielzeugschildkröte hätte. Als ob man in so einem Moment über Spielzeug reden muss, ich hatte doch soooo Bauchweh. Frauchen erzählte dass ich nicht mehr spiele, ich sei ja auch schon ein alter Herr. Auf dem Röntgenbild von meinem Magen konnte man eindeutig eine Schildkröte sehen. Was dann alles kam war alles ganz schlimm: Erst bekam ich eine Spritze auf die ich mich ganz schrecklich übergeben musste, aber diese Schildkröte kam einfach nicht raus. Dann musste Frauchen mit mir in die Tierklinik, dort sollte ich eine Not Op bekommen, das Teilchen musste ja raus.

In der Klinik ging alles ganz schnell, ich konnte Frauchen nicht mal Tschüß sagen, die haben mich einfach mitgenommen. Dort bekam ich dann eine Infusion und Blut wurde mir genommen. Frauchen war wie sie mir später erzählte ganz traurig, die Ärzte haben ihr dann erzählt ich hätte einen erheblichen Nieren- und Leberschaden und es schaut nicht gut aus, dass ich die Op überstehe. Wenn der Doktor mit dem Endoskop diese Schildkröte nicht rausbekommt müsste man den Bauch aufschneiden haben sie meinem Frauchen erzählt. Frauchen sollte nach hause fahren, da wenn alles gut gehe ich wegen meinen schlechten Blutwerten sowieso in der Klinik am Tropf bleiben müsste, aber mein Frauchen blieb in der Klinik und wartete.

Es ging ganz schnell kaum schlief ich wurde ich auch schon wieder aus der Narkose erweckt. Der Doktor hatte das Teilchen mit dem Korb rausbekommen, es war ein 2Eurostück großes und auch so dickes rundes Tierchen das ein Nilpferd darstellen sollte. Frauchen war so erleichtert, dass sie ganz arg geweint hat, das Nilpferd wollte sie aber nicht mehr haben. Der Doktor hat es zu seiner Sammlung gegeben.  Am nächsten Tag hat sie mich dann wieder abgeholt mir ging es aber immer noch nicht gut. Ich wollte daheim nichts essen und trinken. Die Klinik hat mich ohne Erklärung was man wegen meinen Nieren machen kann an mein Frauchen übergeben, also hat sie sich das Internet durchsucht.

Nach vier Wochen wurde mein Blut kontrolliert, die Leberwerte waren schon besser nur die Nierenwerte nicht, aber die Ärztin meinte, das sei nicht so bedenklich, die waren 2010 schon erhöht. Frauchen war ganz sprachlos, ich war ja schon so lange eigentlich krank und sie wusste es nicht. Stunden, Tage, Wochen verbrachte sie damit sich in die Ernährung bei Niereninsuffizienz einzulesen und erstellt mir einen Barfplan passend zu meiner Erkrankung. Anfangs war es ein auf und ab, aber bald ging es mit besser.

Im Sommerurlaub flitzte ich wieder über den Strand und war richtig glücklich und zufrieden.

Bis der Herbst kam, dann wurde mein Husten immer schlimmer. Frauchen hatte in der Zwischenzeit eine neue Ärztin für mich gefunden (ihr müsst wissen, sie findet Männer als Tierärzte wären so grob, deswegen wieder eine Ärztin). Das war mein Glück. Dort wurde mir endlich geholfen. Diese neue Ärztin meinte mein Husten kommt vom Herz und sie will aber noch mal einen Ultraschall bevor sie mir Medikamente dafür gibt. Also ist Frauchen doch noch mal zu der alten Ärztin mit mir, weil die ja schon mal einen Ultraschall bei mir gemacht hatte. Diese wollte mir aber keine Medikamente geben, Frauchen bestand drauf und ich bekam was für mein Herz. So leckere Kautabletten. Frauchen fragte noch ob ich den was gegen das Wasser in meiner Lunge bräuchte, aber die Ärztin sagte da sei kein Wasser. (Das war an einem Dienstag)

Zum Wochenende hin wurde mein Husten ganz schlimm, Frauchen rief dann noch mal in der Praxis an (bei der alten Ärztin) die Kollegin sagte dann ich solle einen Hustensaft oder Honig bekommen. Frauchen war richtig böse weil man ihr so einen Schwachsinn erzählte. Also packte Frauchen mich ins Auto und fuhr zu der neuen Ärztin, dort war aber nur der Kollege. Dieser hörte mich ab und gab mir eine Spritze. Er hat mir das Leben gerettet. Mein rechter Lungenflügel war ganz voll Wasser und der linke 3/4 voll. Ich wäre an diesem Lungenödem in den nächsten Tagen qualvoll erstickt.

Ab sofort musste ich Wassertabletten nehmen.

Die Tabletten halfen mir und ich überstand den Winter, sogar meine Nierenwerte waren wieder in der Norm. Dann musste mir ein eitriger Zahn gezogen werden, davon erholte ich mich auch gut bis ich irgendwo Giardien aufgesammelt habe und schrecklichen Durchfall bekam. Das hat mich sehr mitgenommen, danach hatte ich von dem Durchfall eine Analdrüsenentzündung, ich brauchte Antibiotika und kurze Zeit bekam ich wieder eine Entzündung der Analdrüse. Mein Nierenwerte wurden immer schlechter und auch mir ging es nicht mehr gut. Die neue Ärztin war ganz toll sie hat mir einen Zugang gelegt und so konnte Frauchen mir daheim eine Infusion geben. Damit ging es wieder besser ca. 8 Wochen. Dann ging es bergab, die Analdrüsenentzündung war mittlerweile chronisch und plagte mich sehr, dazu war mir immer sehr schlecht und ich musste  mich immer wieder übergeben Nachts schlief ich schon lange nicht mehr durch wegen meinem Husten und weil ich immer soviel Pipi machen musste. Frauchen war schon ganz verzweifelt.

Am Sonntag den 25.08.2013 ging es mir gar nicht gut, ich hab den ganzen Tag viel gehustet und viel gebrochen. Am Abend wusste ich nicht wie und wo ich mich hinlegen sollte, ich musst schon 45minuten am Stück husten. Da entschieden Frauchen und Herrchen, dass ich mich nicht weiter quälen muss.

26.08.2013 R.I.P Bigfoot ! Du bist für immer in unserem Herzen. Wir werden Dich nie vergessen.

Bigfoot du warst etwas sehr besonders. Danke dass du bei uns warst und mich so vieles gelehrt hast.

Leider habe ich als Frauchen blind einer Tierärztin vertraut. Hätte die Ärztin schon bei der Diagnose der Herzklappeninsuffizienz und den erhöhten Nierenwerten gehandelt und den Husten nicht auf einen Trachealkollaps geschoben, wären Bigfoot viele unschöne Tage erspart geblieben. Ich habe viel daraus gelernt, Bigfoot hat mich viel gelehrt.

Wenn Liebe einen Weg zum Himmel fände
und Erinnerungen Stufen wären,
würden wir hinaufsteigen und Dich zurückholen.

unbekannter Verfasser

Du warst geboren um zu leben!

Du hast mich gelehrt wie wertvoll das leben ist!  Danke!